Edendorf
Edendorf ist ein ursprünglich als Zeilendorf angelegtes Dorf knapp 5 Kilometer östlich von Bienenbüttel. Die Kreisstraße 1, die durch Edendorf führt, verbindet die beiden Ortslagen miteinander.
Entstanden ist die Siedlung an der Grenze zwischen der tiefer gelegenen Niederung im Norden mit ihren Wiesen und Weiden und den höher gelegenen Ackerflächen der Geest im Süden. Der Mühlenbach im Norden und der Wohbeckgraben im Süden fließen in die westlich verlaufende Ilmenau. Direkt im Osten des Dorfes entstand in den 70er Jahren der Elbe-Seiten-Kanal.
Edendorf ist aus einer nördlich der Kreisstraße locker angelegten Gruppe von Höfen entstanden. Durch Realteilung wurde die Ortslage immer enger, so dass eine Erweiterung des Dorfes Richtung Norden vorgenommen werden musste. Die wertvollen Ackerflächen im Süden wurden erst in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt. Bei der Verkoppelung siedelten einzelne Höfe außerhalb der Ortslage auf eigenen Ländereien. Noch heute ist diese Struktur im Ortsbild ablesbar.
Der Name Edendorf ist vermutlich von dem Personennamen „Edos“ entstanden: Edos Dorf In den geschichtlichen Unterlagen wurde Edendorf auch „Edinge“, „Ähndorpp“ und „Edendorppe“ genannt. Bis zum 13. Jahrhundert waren das Geschlecht derer von Edendorf ansässig. Neben verschiedenen Gutsleuten waren das Kloster Medingen und das Kloster St. Michaelis in Lüneburg Eigentümer. 1830 – 1840 wurde die Verkoppelung durchgeführt.
Bis heute ist die Struktur der Ortslage landwirtschaftlich geprägt. Bis auf eine Bäckerei und Gaststätte gibt es keine gewerblichen Einrichtungen.
Edendorf gehört zum Kirchspiel Wichmannsburg. Früher gab es im Ort eine Kapelle.
1853 wurde der Schulbetrieb in einem Schulhaus aufgenommen. 1887 entstand ein neues Schulhaus Die Wetterfahne auf dem Dach enthält zur Kennzeichnung ein Tintenfass. Der Schulbetrieb wurde 1968 in Edendorf eingestellt.
Die Hönkenmühle, im Westen zwischen Wichmannsburg und Edendorf direkt am Hönkenbach gelegen, hat im 18. Jahrhundert schwere Zeiten mitgemacht, da der Grundwasserstand im Laufe der Zeit sank. Heute wird die Hönkenmühle als Wohnhaus genutzt.
Die im 19. Jahrhundert beginnende Aussiedlung einzelner Hofstellen mit Namen, wie Bröckel, Lerchen-Meyer, Eickhof oder Schloohof, sind heute zu sehenswerten Anlagen in der freien Landschaft geworden. Dazu kommt das ehemalige Gut Solchstorf, das lange Zeit als eigenständiges Dorf geführt wurde.
Eine wichtige Funktion in Edendorf hat die Feuerwehr. Das alte Feuerwehrgerätehaus von 1908 mit seinem wunderschönen Giebel ist ein wertvolles Zeugnis für diese aktive Freiwillige Feuerwehr.
In der Edendorf umgebenden Staatsforst Medingen liegen mehrere Hügelgräber, deren Ursprung auf ca. 2000 Jahre vor Christi geschätzt wird. Eine weitere Besonderheit sind die früher für die Heide typischen Schafställe, von denen noch drei im Staatsforst zu finden sind.
Einwohnerzahlenentwicklung:
1823 | 169 |
1848 | 256 |
1880 | 287 |
1932 | 243 |
1949/50 | 600/292 |
2004 | 330 |




