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„Das Budget ist völlig ausreichend“: Büchereimitarbeiterinnen sehen keinen Grund zur Kritik an Gemeinde

Bücherei Bienenbüttel
370 neue Bücher wurden 2022 für die Bienenbütteler Bücherei angeschafft. Hinzukamen weitere ausleihbare Medien. Archivfoto: Gemeinde Bienenbüttel

Bienenbüttel. Mitglieder des Fördervereins Bücherei Bienenbüttel haben kürzlich 15 Bücher an Ulrike Dahms und Natalie Eckert von der Gemeindebücherei übergeben. Hintergrund: Der Verein, so berichtete es die Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide, habe es sich „zur Aufgabe gemacht, dem allgemeinen Trend von sinkenden Ausleihzahlen entgegenzuwirken und die Gemeindebücherei in Zeiten zunehmender Digitalisierung als Ort für junge und ältere Lesebegeisterte zu erhalten.“ Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke lobt das Engagement des Fördervereins ausdrücklich, sieht die Gemeinde jedoch mit dem Vorwurf konfrontiert, die Bücherei als eigene Institution stiefmütterlich zu behandeln.

Er stimme der Aussage der Fördervereinsmitglieder zu: Es sei „originäre Aufgabe der Gemeinde, für einen aktuellen und attraktiven Bibliotheksbestand zu sorgen.“ Dieser Aufgabe komme sie auch voll umfänglich nach, was auch steigende Ausleihzahlen belegten, wie die Büchereimitarbeiterinnen Ulrike Dahms und Natalie Eckert bestätigen. Wurden im Jahr 2021 10.100 Medien ausgeliehen, waren es 2022 11.400.  

Die Tatsache, dass der Haushalt zu Jahresbeginn erst durch den Landkreis Uelzen als Kommunalaufsicht freigegeben werden musste und in dieser Zeitspanne keinerlei Anschaffungen aus dem geplanten Budget für 2023 getätigt werden durften, sei eine gesetzliche Vorgabe, ganz normales Vorgehen und kein Grund zur Kritik. Bürgermeister Dr. Franke zeigt sich daher über die Aussage des Fördervereins, die Mittel seien wegen einer Haushaltssperre bis März nicht verfügbar gewesen, irritiert und sagt: „Das sollte auch den zum Teil auch in der Kommunalpolitik aktiven Mitgliedern und dem Vorstand bewusst sein, so gilt es doch für alle anderen Bereiche der Kommune gleichermaßen.“ Ihre Kritik zeuge also von Unkenntnis.

Natürlich freuten sie sich auch über das Engagement des Fördervereins und bedankten sich noch einmal für die Bücherspende. Ulrike Dahms und Natalie Eckert stellen aber auch klar: „Das vorhandene Budget für Buchanschaffungen in Höhe von 6.000 Euro ist völlig ausreichend, um den Bestand aktuell zu halten und Leserwünsche zu erfüllen.“ Im vergangenen Jahr hätten sie insgesamt 370 neue Bücher angeschafft, hinzugekommen seien weitere ausleihbare Medien wie Zeitschriften oder „Tonie“-Figuren.

Ein weiterer Punkt, der einer Richtigstellung bedürfe, sei die Erwähnung der VGH-Stiftung, die im Mai 2022 Fördergelder für Bibliotheken ausgelobt hatte. Das Projekt „Räume schaffen“ zielte darauf ab, Willkommensbereiche für Geflüchtete einzurichten. Die Behauptung des Fördervereins, die Gemeinde habe auf dieses Angebot nicht reagiert und somit Geld „verschenkt“, entspreche, so Dahms und Eckert, nicht der Wahrheit. „Wir haben uns intensiv mit dem Konzept befasst und uns bewusst gegen eine Bewerbung entschieden, da wir Büchereimitarbeiterinnen die hierfür erforderlichen Konditionen weder räumlich noch personell leisten konnte“, erklären sie.

Dr. Franke und Thomas Schmitter, Fachbereichsleiter Finanzen, betonen, dass sie „voll und ganz“ hinter der Arbeit der beiden Angestellten stehen: „Wir sind froh, dass die Gemeindebücherei seit Mitte 2021 verlässlich geöffnet hat. Das haben wir Frau Dahms und Frau Eckert zu verdanken.“

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